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KalenderMontag 09 Dez 2019
Uhr19:00 - Uhr
UhrFraktionssitzung

Dienstag, 11 Juni 2019 14:02

Rede zur Nominierung Sabine Hanisch

geschrieben von


Liebe Parteifreunde, liebe Gäste und liebe Pressevertreter,  

lassen Sie mich mit einer kleinen Anekdote beginnen. Vor einiger Zeit stand ich in einer Metzgerei und Sie werden es nicht glauben: Da bietet mir die Verkäuferin doch sage und schreibe das Bürgermeisterstück vom Ochsen an. Ich dachte mir, wenn das nicht ein Zeichen ist. Ich habe sofort zugegriffen. Und ich muss Ihnen sagen: Es war spitze! Am Bürgermeisterstück habe ich Geschmack gefunden! Womit ich auch schon bei meinem Thema wäre: meine Rede zu meiner Bürgermeisterkandidatur, mein geplantes Bürgermeisterstück sozusagen:

Mit meiner Rede möchte ich

  1. mich persönlich vorstellen
  2. Ihnen sagen, was mich antreibt, die Kandidatur anzutreten
  3. und Ihnen erläutern, was ich als Bürgermeisterin anders und besser machen möchte.

Doch zunächst zu meiner Person: 1965 wurde ich in Bremen geboren. Ich habe die Zweijährige Höhere Handelsschule in Bremen und eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten absolviert. Später war ich Leiterin der Advokatur einer renommierten Anwaltskanzlei in Bremen. In dieser Funktion war ich z. B. für die Ausbildung der Lehrlinge, die eigenverantwortliche Bearbeitung des Zwangsvollstreckungs- und Kostenrechts und den reibungslosen Betriebsablauf zuständig. 1992 folgte ein Umzug nach Bramsche im Osnabrücker Land. In Osnabrück habe ich ebenfalls als Leiterin der Advokatur in einer Anwaltskanzlei gearbeitet. Ich wurde danach vom Präsidenten des Landgerichts Osnabrück als Inkassodienstleisterin zugelassen und baute ein eigenständiges Büro auf. Nach der Trennung von meinem ersten Mann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und bin 2009 mit meinen beiden Söhnen der Liebe wegen nach Herzogenaurach gezogen.

Nun zu meiner Motivation: Warum kandidiere ich für das Bürgermeisteramt? Warum steht mir das Amt gut? Warum passt das Amt zu mir?

Lassen Sie mich kurz von meiner Familie erzählen. Ich entstamme einer Fabrikantenfamilie. Mein Großvater hatte – später auch mein Vater – ein erfolgreiches Unternehmen geführt. Was uns alle eint, ist das Unternehmerische, die Lust an der Selbstständigkeit und der Gestaltung! Darum habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet. Inkasso ist kein einfaches Themengebiet. Ich habe mich nie gescheut, konflikthaltige Aufgaben anzunehmen. Hier kann ich meine Frau stehen und zwischen den Interessen der Beteiligten vermitteln. Und das muss eine Bürgermeisterin auch beherrschen. Eine Bürgermeisterin muss verwalten, noch mehr gestalten, sich durchsetzen, aber auch zwischen den Parteien und Interessenvertretern vermitteln und Kompromisse finden. Diese Fähigkeiten besitze ich. Deswegen fühle ich mich für dieses Amt gut geeignet.

Was möchte ich anders und besser machen, wenn ich Bürgermeisterin bin?

Wir haben drei großartige Weltunternehmen, die den Namen der Stadt Herzogenaurach in die weite Welt tragen und die sich durch ihr Standortbekenntnis mit der Stadt Herzogenaurach eng verbunden fühlen. Außerdem haben wir eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen und Handwerker, die sich und unsere Stadt auch über die Grenzen hinaus hervorragend vertreten. Laut der Webseite der Stadt Herzogenaurach (Stand Januar 2019) wohnen 24.600 Bürgerinnen und Bürger in dieser schönen Stadt, die stetig weiter anwächst. Bedingt durch die Outlets von adidas und PUMA usw. wird zudem eine Vielzahl von Touristen angelockt. Diese kaufen dort günstig ein. Leider werden sie in unserer schönen Altstadt wenig gesehen. Hier liegt ein Potential vor, das wir wecken müssen.

Zu meinem Erstaunen habe ich im Amtsblatt in der aktuellen Haushaltsrede unseres Bürgermeisters gelesen: „Die Innenstadt ist stark frequentiert, es findet definitiv Leben in der Innenstadt statt.“ Wie viele anderer Bürger, habe auch ich davon einen anderen Eindruck gewonnen.

Sie sollen wissen, dass das Thema Innenstadt meine Herzensangelegenheit ist. Schon vor einiger Zeit hatte ich vorgeschlagen, einen Arbeitskreis zu gründen, um unsere Stadt zu beleben. Seit zwei Jahren beschäftigen wir uns damit im Ortsvorstand und dies wird sich auch in unserem Wahlprogramm niederschlagen.

Die Belebung der Innenstadt ist das erste von drei Themengebieten, mit denen ich die Menschen ansprechen möchte.

Ich werde mich engagieren, unsere schöne Altstadt aus dem „Dornröschenschlaf“ zu wecken und dazu beitragen, unser Herzogenaurach sichtbarer zu machen. Gemeinsam mit Verbänden, Schulen und Unternehmen, vor allem mit unseren Bürgern, werden wir das Profil als lebens- und liebenswerte Stadt stärken. Mein Wunsch ist es, einen lebendigen Stadtraum mit starker Identität zu schaffen. Unseren landwirtschaftlichen Betrieben und Einzelhändlern möchte ich einen reichhaltig bestückten Wochenmarkt ermöglichen, der diesen Namen auch verdient.

Es gibt unzählige Ideen, die man anpacken und umsetzen kann. Mit Mut und Entschlossenheit will ich das ändern. Wir haben sehr gute Mitarbeiter in unserer Verwaltung, die einen guten Job machen, aber oftmals nur „Erfüllungsgehilfen“ unseres Bürgermeisters sind. Dadurch werden Ideen blockiert, anstatt sie anzupacken. Es wird Zeit, das zu ändern. Zum Beispiel will ich das Stadtmarketing komplett überdenken und reorganisieren. Wir brauchen Pep in der Stadt! Aber nicht nur das Stadtmarketing muss sich ändern.

Insgesamt muss sich die Stadtverwaltung noch mehr als Dienstleister sehen. Das geht nicht mit einem Bürgermeister, der in Herzogenaurach nur residiert und die Meinung seiner Mitarbeiter und der Bürger ignoriert. Kommunikation ist für den jetzigen Bürgermeister bei wichtigen Themen, z. B. StUB, ein einseitiger Prozess. Er ist auf Sendung, aber nicht auf Empfang. Den Appell, der hinter den Botschaften steckt, nimmt er nicht wahr. Es braucht eine bessere Kommunikationskultur. Ich kann beides – Botschaften senden und auch empfangen - und werde das auch umsetzen.  

Ich höre zu, denn ich wünsche mir eine Innenstadt, die über die Stadtgrenzen hinaus attraktiv ist, mit fränkischem Flair, wunderschön begrünt ist und tolle Fachgeschäfte mit hervorragenden Angeboten für Jung und Alt präsentiert. Das Parkplatzangebot muss verbessert werden. Wir müssen einen Shuttle-Service von und zu den Outlets anbieten, um auch die Besucher von außerhalb in unsere schöne Innenstadt zu locken.

Mein zweites Thema ist, das soziale Leben facettenreicher zu machen. Auch hier kann ich meine Ideen nur streifen, aber ich bin der festen Meinung, wir können viel mehr tun, auf unsere Bevölkerung mehr zugehen und sie zur Teilnahme und Teilhabe am Gemeinwesen begeistern. Als Beispiel nenne ich hier die Herzo Base. Es wohnen dort viele Neubürger. Als „Zugereiste“ habe ich auch Erfahrungen gesammelt, wie es ist, in Herzogenaurach anzukommen. So ist es mein Ziel, die Vernetzung der Neubürger in den verschiedenen Ortsteilen zu ermöglichen.

Es gibt in Herzogenaurach 160 Vereine mit einem reichhaltigen Angebot in den verschiedensten Facetten. Dahinter steckt ein hohes, ehrenamtliches Engagement, das ich sehr schätze und auch weiterhin stärken möchte.

Wenn ich soeben über die Vereine gesprochen habe, denke ich auch an alle Altersgruppen, von den Kindern bis zu den Senioren in Herzogenaurach. Die bisherige Kinderbetreuung gilt es weiterhin auszubauen.

Es ist auch der Blick auf die Generation 65 + zu verstärken und es müssen vielfältige Betreuungsangebote für Senioren geschaffen werden, wie z. B. betreutes Wohnen und Wohngemeinschaften für ältere Menschen, aber auch Entlastungsangebote für Angehörige.

Mein drittes Thema meiner heutigen Rede betrifft die Infrastruktur:

Ein wichtiges Anliegen ist es mir auch,  Herzogenaurach weiterhin als fahrradfreundliche Stadt zu entwickeln, z. B. durch sichere Radwege und den Ausbau der Radwegschnellverbindung. Sind Sie schon einmal mit dem Fahrrad von Hammerbach über Beutelsdorf nach Haundorf gefahren? Jeden Morgen und Abend sieht man dort Fahrradfahrer unsicher an den Straßenrändern fahren, an den Wochenenden auch Radsportler. Es gibt keinen Radweg, die Straße ist schmal. Muss erst ein tragischer Unfall passieren, bevor gehandelt wird? Ich kann es nicht nachvollziehen, dass die Planung und der Bau dieses Radwegs so lange dauern.

Gemeinsam mit dem Landkreis will ich das ÖPNV-Angebot fortschreiben.

Ich wünsche mir einen Schienenanschluss für Herzogenaurach. Dies kann die StUB sein, aber auch eine Option auf der Aurachtalbahntrasse. Deswegen finde ich es richtig, dass wir die Zukunft der Aurachtalbahntrasse offen halten wollen.

Ich will den durchgehenden vierspurigen Ausbau des Hans-Ort-Rings unbedingt forcieren, da die Verkehrsbelastung stetig zunimmt. Ich bekenne mich zur Südumgehung als weitere Entlastungsstraße für unsere Ortsteile und für unsere Stadt.

In einer Stadt mit drei großartigen Weltunternehmen muss sich die Stadt in der Verantwortung sehen, ideale Verkehrswege zu ermöglichen. Morgendliche und abendliche Staus sollten endlich der Vergangenheit angehören. Und ganz nebenbei erhöht das ständige Stop-and-Go den Schadstoffausstoß exponentiell. Mir stinkt das!

Ich möchte Bürgermeisterin werden, damit wir unsere Ideen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umsetzen und Herzogenaurach mit all seinen Bereichen, von der idyllischen Altstadt bis zum Industriestandort mit etwa 25.000 Arbeitsplätzen, weiter stärken können.

Für den Abschluss meiner Rede habe ich ein Zitat einer erfolgreichen Politikerin ausgewählt, das ein Leitgedanke für meinen Politikstil ist.  Ein Satz von Margaret Thatcher lautet: „Wenn Sie in der Politik etwas gesagt haben wollen, fragen Sie einen Mann. Wenn Sie etwas getan haben wollen, fragen Sie eine Frau.“

Das war mir ehrlich gestanden zu konfrontativ. Aber zur Abgrenzung dessen, was mir wichtig ist, eignet es sich doch sehr gut. Mir geht es als Frau und Ihre Bürgermeisterkandidatin nicht um das eine oder das andere. Ich will auf Konsens setzen und das Gestaltungspotential, das in Männern und Frauen in der Politik liegt, gleichermaßen und sich ergänzend zur Entfaltung bringen. Und ich glaube, das wird unserer Stadt Herzogenaurach gut tun.

In diesem Sinne fasse ich meine drei Themen wie folgt zusammen:

  • Es muss etwas passieren, um die Zukunft der Stadt Herzogenaurach weiterzuentwickeln und die Innenstadt zu beleben. Wir brauchen eine Reorganisation des Stadtmarketings und eine bürgerfreundliche Kommunikation auf Augenhöhe.
  • Wir müssen das soziale Leben fördern und die demographische Entwicklung bei den Senioren stärker beachten.
  • Die Infrastruktur, wie Rad- und Verkehrswege usw., muss weiterentwickelt werden.

Ich möchte Ihre Bürgermeisterkandidatin der CSU werden und bewerbe mich deshalb heute um Ihre Stimme.

Gemeinsam mit den Stadtratskandidatinnen und Stadtratskandidaten der CSU werden wir um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger bei der Kommunalwahl im März 2020 werben.

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