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Samstag, 25 Februar 2012 12:34

G`schichten aus unser`m liebenswerten fränkischen „Stedla"

geschrieben von

3966496124Politischer Aschermittwoch der CSU in Herzogenaurach 2012

 

1. Vorgeschichte oder das Auswahlverfahren (2008)

Stellen Sie sich einmal vor, in unser`m „Stedla“ wird in einer besondern Abendschule eine neue Klasse gebildet. Die Rahmenbedingungen sind gut. Der nicht unver-mögende Schul- und Sachaufwandsträger hat seine Klasse gut ausgestattet. Ein schöner Raum, bequeme Stühle, moderne Präsentationstechnik, kostenlose alkoholfreie Getränke bei längeren Unterrichtseinheiten. Die Unterrichtsbedingungen sind fast ideal. Angenehme Unterrichtszeiten, meistens in der Zeit von 17.00 bis maximal 22.00 Uhr. Pro Monat eine Pflichtvorlesung, zwei weitere Vorlesungen können frei gewählt werden. Ein Monat Ferien! Die Schüler müssen keine Studiengebühren bezahlen. Sie bekommen sogar für ihre Anwesenheit eine kleine Lernaufwandsentschädigung. Das Freizeitprogramm ist phantastisch. Gemeinsame Klassenfahrten zu Freunden nach Österreich, Kroatien und Frankreich  Sogar nach Afrika dürfen manchmal einige besonders ausgewählte Schülerinnen und Schüler mit dem Schulmeister zum Austausch reisen. Einmal im Jahr findet auch eine große Jahresfeier statt zu der auch ehemalige Schüler und die Honoratioren der Stadt eingeladen werden.

Die Klassenstärke beträgt maximal 30 Personen. Die Zusammensetzung der Klasse wird durch ein aufwendiges, objektives, geheimes und transparentes Verfahren bestimmt. Bei der Zusammensetzung der Klasse berücksichtigt man das Alter, Geschlecht, Beruf, Sympathie, eine gewisse homogene Gruppenbildung nach dem eindeutigen und klaren Farbenprinzip rot, grün, gelb, schwarz und noch zwei weitere farblose Farben. Man gibt sich große Mühe, denn die Klasse soll 6 Jahre erfolgreich zusammenarbeiten. Da will man nichts dem Zufall überlassen und legt auch gleich fest, wer in die Klasse nachrücken darf, wenn einer wegen unvorhergesehener Ereignisse die Klasse verlassen muss.

Nach sechs Jahren ist eine externe Prüfung mit Benotung vorgesehen. Wer gut war, darf – wenn er will – und so oft er will – für weitere sechs Jahre in eine neu zusammengesetzte Klasse gehen. Wer nicht so gut war, der kann dann diese Klasse leider nicht mehr besuchen und wird vielleicht zum Jahresempfang eingeladen.

Die Auswahl des Schulmeisters erfolgt durch eine öffentliche Ausschreibung.

Eine sehr große Findungskommission entscheidet wer Schulmeister wird. Das Verfahren ist geheim, objektiv und transparent. Der Dienstvertrag wird auf sechs Jahre abgeschlossen. Die Vergütung des Schulmeisters ist für seine Tätigkeit angemessen. Schließlich wird er auch noch unterstützt durch eine große Schar gut ausgebildeter interner Fachreferentinnen und -referenten, die fest angestellt sind. Bei hochkomplexen fachlichen Anforderungen können bei Bedarf noch hochqualifizierte externe Honorarkräfte hinzugezogen werden. Ferner werden ihm noch zwei bezahlte Assistenten aus der Schülerelite zur Seite gestellt, die - in der Regel für sechs Jahre – gewählt werden.

2008 wurden im „Stedla“ eine neue Klasse, ein neuer Schulmeister und zwei Assistenten bestimmt. Der bisherige, langjährige und erfahrene „schwarze Schulmeister“ stand leider nicht mehr zur Verfügung. Er wurde nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet. Die Findungskommission entschied sich mit großer Mehrheit für einen relativ jungen roten Neuling. Der schwarze Top-Favorit erzielte nur einen passablen Achtungserfolg, die grünen, gelben und beigen Mitbewerber waren unter ferner liefen einzuordnen.

Die Klassenzusammensetzung war ebenfalls eine Überraschung; denn das Farb-spektrum hat sich gegenüber den Vorjahren sehr verändert. Dominierte vorher schwarz- mit etwas beige, so ist es nun ein sattes Rot – mit zwei zarten grünen Farbtupfern und einem Hauch von Beige. Eine Farbe, die anfangs - einfach anders als alle anderen sein wollte -  suchte nur kurz ihre wahre Farbidentität, um sich dann im rot-grün dominierten Farbspektrum häuslich einzurichten. Das neue zunächst strahlende, fröhliche, leuchtende Gelb irrlichterte anfangs etwas herum, fand aber bald seinen festen Platz – im Klassenzimmer – aber immer noch nicht im Klassenverband – und hat mittlerweile auch viel von seiner ursprünglichen Leuchtkraft verloren.

2. Die Leistungsbewertung von „rot-grün-beige“ (2012)

in den Fächern der rot-grün-beigen Arbeitsgemeinschaft: Haushalt und Finanzen, Bauen, Energie, Kunstprojekt:„Unsere Stadt soll rot werden“, Wirtschaft mit Schwerpunkt Marketing: „Eine Untersuchung zu einer besonderen Mogelpackung“

Nach vier Jahren findet nun erstmalig im Rahmen des Politischen Aschermittwochs der CSU 2012 eine erste öffentliche Leistungsbewertung des Schulmeisters und dieser Klasse statt. Wie so manche Leistungsbewertung im Leben ist sie nicht ganz objektiv und sicherlich auch nicht umfassend; denn auf statistische und empirisch abgesicherte Leistungsbewertungen musste aus zeitlichen Gründen verzichtet werden. Die bewusste Subjektivität wird bei dieser Politischen Aschermittwochs-Analyse billigend in Kauf genommen  Einen Schulmeister beurteilt man am besten nach seiner Unterrichtsvorbereitung, seiner Unterrichtsqualität, seinem Unterrichtstil, Unterrichtsmethoden und den vorgestellten Ergebnissen der Gruppen- und Einzel-arbeiten sowie dem sozialen Verhalten seiner Klasse. Betrachten wir zunächst einmal die fachlichen Leistungen der Klasse, für die der Schulmeister die alleinige Verantwortung trägt.

Im fundamentalen Fach Haushalt und Finanzen erhält die rot-grün-beige Arbeits-gruppe ein „Mangelhaft“ für ihren „Zickzack-Kurs“ bei der Grundsteuer. 2009 wurde sie erhöht, 2011 soll diese Erhöhung wieder zurückgenommen werden. Die schwarze Arbeitsgruppe hatte schon frühzeitig festgestellt, dass diese Erhöhung  nicht not-wendig war aufgrund der Rücklagen und der städtischen Einnahmen, aber die rot-grün-beige AG zeigte sich Empfehlungsresistent.

Im Fach Bauen erhält die rot-grün-beige Projektgruppe für ihren Plan, ein weiteres „Turnstibla“ an der Realschule anzudocken, die Bewertung „Ungenügend“; denn die Planung ist sehr gewagt und nicht unproblematisch, da der Bauplatz äußerst klein und die Straße sehr nah ist. Schlimmer noch, alte Bäume müssen ihr Leben lassen – was sagen da wohl die grünen Freunde der Roten dazu? Das weitere „Turnstibla“ wäre für Hand- und Basketballmannschaften wieder zu klein –  was sagen da wohl die Sympathisanten der Roten aus den Sportvereinen dazu?

Aber 2008 von Rot versprochen - ist nun mal versprochen und Wahlversprechen muss man halten, auch wenn es den Herzogenauracher Bürgerinnen und Bürgern

1,6 Millionen Euro kosten soll, die der Kreis zahlen müsste, wenn er diese Turnstibla tatsächlich bräuchte. Der Besitzer freut sich, er kriegt dieses „Turnstibla“ - man beachte die Endung „la“, „des is in Franken was ganz klans“, ganz umsonst – obwohl er`s ja eigentlich net braucht. Vielleicht denkt er sich: „des hetz fei net braucht!“

Im Fach Energie produzierte die rot-grün-beige Energiewende-AG bei ihren Experimenten mit Windenergie- und Biogasanlagen viel Wind und heiße Luft.

Dummerweise musste das Biogasanlage-Experiment vor Ort abgebrochen werden.

Sie hatten zwar hochfliegende Pläne aber keinen Bauplatz. Deswegen freut sich nun eine AG in Mammendorf bald ihr Biogas ins Stedtla zu verkaufen. Für die Versuchsanordnung Windkraftanlage stelle ich der AG gerne ein rot-grünes „Windredla“ zur Verfügung, um die Hauptwindrichtung, die Abstandsflächen und die Windgeschwindigkeit zu ermitteln, ab der es wirtschaftlich sinnvoll ist, Wind zu nutzen. Auf eine Leistungsbewertung wird aus pädagogischen Gründen verzichtet, um die Experimentierfreudigkeit zu erhalten. Allerdings empfehle ich der rot-grün-beigen Energiewende-AG mit dem schwarzen Leistungskurs Wirtschaftlichkeit und Rentabilität vorurteilsfrei zusammen zu arbeiten, damit unser Stedtla in Zukunft noch genug Strom und Gas hat und „des mer` a nu dazalen kann“. (= das man auch noch bezahlen kann)

Das Kunstprojekt „Unsere Stadt soll rot werden“, das gestartet wurde um das bisherige Schwarze an markanten Stellen in der Stadt abzudecken ist nach vier Jahren bereits stark abgenutzt. Die roten Radwege zeigen schon erhebliche Abrieb- und Bremsspuren auf. Schon ist die tragende Grundfarbe, das Schwarze, an vielen Stellen deutlich sichtbar, was die Schwarzen freut und die Roten ärgert. Auf eine Bewertung wird verzichtet wegen der künstlerischen Freiheit und weil Kunst eine Frage des individuellen Geschmackes ist

Im Fach Wirtschaft mit Schwerpunkt Marketing soll nun eine besondere Strategie für ein etwas in die Jahre gekommenes Produkt bewertet werden. Das Original-Produkt gibt es schon sehr lange. Die markante Verpackung ebenfalls. Bereits im März 2008 wurde für dieses Produkt eine neue geheime Marketingstrategie vereinbart. Am 5. Mai 2011 war es dann soweit.

Das Produkt wurde bei einem besonderen Event präsentiert. Die Farbe der Verpackung ist ein dezentes beige. Die legten die früheren Produkt- und Verpackungs-Designer fest, damit sich vor allem die treuen Stammkunden immer daran orientieren können; denn das Produkt ist ebenfalls im dezenten Beige gehalten. Auf der Verpackung ist aufgedruckt: „Sachbezogen, unabhängig und bürgernah“.

Als die Verpackung geöffnet wird kommt zur Überraschung vieler treuer beiger Stammkunden kein beiges, sondern ein rot-grün-beiges Produkt zum Vorschein. Die Verbraucherschutzzentrale hat sofort interveniert und diese Verpackung als Mogelpackung bezeichnet. Ihr Hinweis, das Produkt wegen Irreführung der Verbraucher vom Markt zu nehmen wurde ignoriert; denn man ist auf das Produkt angewiesen. Es soll nun bis zum März 2014 auf dem Markt bleiben und wird wahrscheinlich das Schicksal eines Auslaufmodells erleiden. Vorsorglich hat die Verbraucherzentrale bereits darauf hingewiesen, dieses Produkt im März 2014 nicht mehr zu erwerben, wenn der Inhalt nicht mit der Farbe der Verpackung und der Aufschrift übereinstimmt. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass der Beipackzettel die Nebenwirkungen und Risiken nicht ausschließt. Für diese Marketing-Strategie, welche langjährige treue Kunden getäuscht hat, gibt es keine Bewertung, sondern eine Abmahnung wegen arglistiger Täuschung und unlauteren Wettbewerbs.

3. Die Leistungsbewertung einiger Schüler und des „roten Schulmeisters“

Nun sollen einige besondere Schülerleistungen gewürdigt werden. Beginnen wir mit einem spektakulären sportlichen Misserfolg in einer olympia-verdächtigen Disziplin. Wenig Erfolg hatte der neue Klassensprecher der roten Ruder-AG in einer für ihn neuen und deshalb auch ungewohnten Disziplin, dem Zurückrudern. Nach einer Kollision mit einem massiven Hindernis in der Aurach auf Höhe der Schaeffler-Werke musste er kräftig zurückrudern und die aufgewirbelten Wogen glätten. Insider berichteten, dass sein Boot und er selbst eine umfassende Untersuchung über sich ergehen lassen mussten, um die Schäden aufzunehmen. Am roten Schlauchboot sind tiefe Schrammen sichtbar. Der rote Ruderer erklärte die heftige Kollision damit, dass er in einer besonderen Stress-Situation auf eine plötzliche Untiefe gestoßen sei. Die rote Sport-AG hat ihm ein Anti-Stress-Programm empfohlen und eine neue Untiefenkarte für die Aurach überreicht, damit er zukünftig besser auf die Untiefen achtet und das rote Boot nicht erneut beschädigt.

In einer Klassengemeinschaft ist es sehr wichtig, Regeln aufzustellen. Aber auch, festzulegen, was geschieht, wenn gegen diese Regeln bewusst und zielgerichtet verstoßen wird; denn das Gerechtigkeitsempfinden ist unter Schülern sehr ausgeprägt. Die Klasse hat deshalb sehr viele Regeln vereinbart, die nicht nur für die Schüler sondern auch für den Schulmeister gelten.

Als ein „roter Lieblingsschüler“ des Schulmeisters, der hin und wieder etwas vorlaut und geschwätzig ist, vor kurzem ein wichtiges Geheimnis der Klasse öffentlich ausplauderte, was eigentlich nur der Lehrer darf, und damit gegen die wichtigste Regel mit der Nummer 22/3 verstieß, wurde er eigenartiger Weise von seinem Lehrer öffentlich nicht ermahnt. Stattdessen erinnerte der Schulmeister schriftlich alle seine Schüler daran, in der Öffentlichkeit nicht zu geschwätzig zu sein und aus der Schule nichts auszuplaudern.

Fast gleichzeitig hat er einen anderen, einen schwarzen und manchmal sehr „unbequemen Schüler“, der ihn vor vier Jahren heftig ärgerte und jetzt sogar die Unverfrorenheit besessen hat, eines seiner Lieblingsprojekte, ein neues Windradexperiment für Zweifelsheim, öffentlich infrage zu stellen, heftig verbal abgewatscht.

So sieht nun mal die „pädagogische Gleichbehandlung“ aus. Den schwerwiegenden Fehler seines „roten Lieblingsschülers“ übersieht der rote Lehrer geflissentlich. Die herausfordernde Kritik des schwarzen Schülers dagegen korrigiert er öffentlich.

Zum Abschluss nun noch die Beurteilung des „roten Schulmeisters“.

Der Schulmeister hat neben seinen positiven Qualitäten auch einige „berufstypische Untugenden“. Bei Lehrvorführungen kommen gut vorbereitete Dozenten kaum zu Wort, denn er weiß alles besser und gewinnt auch meistens beim Spiel, „wer erwischt die Maus, die PC-Maus, am schnellsten“, Besonders bei unangenehmen Themen überhäuft er seine Schüler mit viel Papier. Das wirkt gut, schadet nicht und vermittelt ein Gefühl von Transparenz. Heikle und sperrige Themen mit unan-genehmen Ecken und Kanten diskutiert er am liebsten nicht-öffentlich so lange, bis sie abgeschliffen sind und von ihm Medienwirksam präsentiert werden können.

Über allen Lehrveranstaltungen schwebt aber unsichtbar das alte ungeschriebene Gesetz der Schule: „Der Schulmeister hat immer Recht – der Schüler immer Unrecht“!

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